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Sneaker aus Stein, Foto: nat-2
Steine zum Anziehen und Ananas mal anders
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Mode aus ungewöhnlichen Materialien setzt nicht nur in punkto Look ein Zeichen. Vor allem in Sachen Nachhaltigkeit sind die innovativen Kollektionen vieler Labels Beispiel dafür, dass Coolness da wartet, wo ausgetretene Modepfade verlassen werden.

Zur kommenden Berlin Fashion Week zeigen die Labels im Greenshowroom und auf der Ethical Fashion Show Berlin vom 16. bis 18. Januar, dass Stoff und Leder nicht die einzigen Materialien sind, aus denen sich Mode machen lässt.

Sneaker aus Stein
Bei Schuhen aus Stein denken viele an die berüchtigten Betonschuhe aus Kinoklassikern wie „Der Pate“. Weitaus leichtfüßiger und stylischer kommen die Stein-Sneaker des innovativen Münchner Schuhlabels nat-2 um Designer Sebastian Thies daher. Beeinflusst vom Style der Graffiti, Street- und Boardsport-Kultur der frühen 90ger Jahre und den technisch angehauchten 80ern zeigen sich nat-2 experimentierfreudig, was innovative Materialien angeht. Für ihre Sneaker-Kollektion aus Stein haben sich nat-2 mit Roxxlyn aus Berlin zusammengetan, die exklusive Accessoires aus Naturstein herstellen. Schieferstein wird dazu in einem aufwendigen Verfahren weich, leicht und flexibel gemacht und in fairer Produktion in einer Familienmanufaktur in Italien zu echten Unikaten verarbeitet. Neben Stein verarbeitet das Label auch Holz, Mais, Kork und Glas zu Schuhen.

Blusen aus Plastikflaschen
Dass aus blassen Plastikflasche seidig schimmernde Bluse werden können, beweisen Jan `N June aus Hamburg. In ihren minimalistischen Kollektionen verarbeiten die beiden Gründerinnen unter anderem recycelten Polyester, der aus Plastikabfällen wie PET-Flaschen gewonnen wird. Die Flaschen werden dafür zunächst geschreddert und eingeschmolzen. Im Anschluss wird die Masse durch ultradünne Düsen gepresst, sodass daraus neue Fasern entstehen. Wer jetzt an bunte Upcycling-Mode im Patchwork-Stil denkt, ist auf dem falschen Pfad: Die Mode von Jan `N June ist cool und feminin – und obendrein wunderbar weich auf der Haut. Alle Produkte sind nach dem Global Recycling-Standard (GRS) zertifiziert.

Hose aus Autositzen
Das südkoreanische Upcycling-Label Re:Code entzieht nicht mehr verwendete Kleidung und Textilien ihrem ursprünglichen Zweck und definiert sie zu limitierten Kollektionen um. Für seine Industrial Collection verarbeitet das Label die weichen Bezüge von Kopfstützen im Auto oder ausrangierte Airbags zu puristischen Tops, Sweatern, Hosen und Accessoires. Ausgemusterte Militärzelte, Gurte und Camouflage-Kleidung finden sich Vintage-Teilen der Military Collection wieder. Selbst Kleinteile wie Knöpfe, Reißverschlüsse oder Care-Label finden eine neue Bestimmung als coole Details. Re:Code versteht sich als Unternehmen mit sozialer Verantwortung und arbeitet gezielt mit Nachwuchsdesignern sowie sozial benachteiligten Menschen.

Clutch aus Ananasleder
Lecker, gesund und auch noch modisch: Die Ananas ist ein wahres Multitalent. Statt der süßen Frucht landen in den Taschen des mallorquinischen Labels Maravillas Bags allerdings die Blätter der Ananaspflanze, ein Nebenprodukt der Ernte. Bevor aus den Blättern schicke Taschen werden, werden sie zunächst in Fasern zerlegt, aus denen eine Art Vliesstoff entsteht. Ebenso wie Leder ist der wasserabweisend, geschmeidig und reißfest. Die vegane und zusätzlich umweltfreundliche Alternative zu Leder nennt sich Piñatex. Wer nicht auf Leder verzichten will, findet bei Maravillas Bags zudem Taschen und Accessoires, die statt mit herkömmlichen und teils gesundheitsbedenklichen Stoffen, mit pflanzlichen Mitteln aus Wurzeln, Rinden oder Blättern der Eiche oder des Olivenbaums gegerbt wurden.

T-Shirt-Prints durch Sonnenlicht
Wenn es um nachhaltige Mode geht, spielen neben den Materialien auch Herstellungsverfahren eine wichtige Rolle. Statt sie unter eine schwere Druckerpresse zu legen, lässt das portugiesische Label Light Factory seine T-Shirts Sonne tanken. Aus der Verbindung lichtempfindlicher ökologischer Farbe und Sonnenlicht entstehen auf natürliche Weise coole Prints. Das Slow Fashion-Label macht dabei nichts anderes als Fotos direkt auf Textilien zu entwickeln. Hinter dem Label steckt die Fotografin Maria da Conceicao Pires. Die T-Shirts, Kleider und Wohnaccessoires sind eine Hommage an ihre Heimat Portugal und greifen typische Motive und Muster auf.

Videos, Fotos und weitere Informationen:
http://www.greenshowroom.com / http://www.ethicalfashionshowberlin.com
Creora
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