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American DORNIER Machinery Corporation wird 40 Jahre alt
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Vier Jahrzehnte erstklassiger Service für die Textil- und Kunststoffindustrie

Über 240 Kunden, fast 8.500 ausgelieferte Webmaschinen, ein globalisierungsbedingter Strukturwandel und eine weltweite Wirtschaftskrise mit Epizentrum in den USA – die 40-jährige Geschichte der American DORNIER Machinery Corporation (AmDO) kennt Höhen und Tiefen. Und sie beginnt, wie so viele amerikanische Unternehmensgeschichten, in einer kleinen Straße. Deren Name könnte symbolträchtiger nicht sein.

„Wir waren zu neunt, als wir 1978 in die 900 Quadratmeter an der Performance Road in Charlotte, North Carolina, zogen“, erinnert sich Hans Geiger. Er hat die Geschicke des US-Ablegers der Lindauer DORNIER GmbH 23 Jahre lang als Präsident gelenkt. Natürlich seien Webmaschinen vom Bodensee in den USA schon zuvor im Einsatz gewesen. „Lokale Weber, darunter Textilmagnaten wie der legendäre Roger Milliken, haben auf unseren Maschinen Bekleidung, Möbel- und technische Gewebe hergestellt.“ Doch zu einem Hauptlieferanten für den nord- und südamerikanischen Raum sei man erst mit der Gründung der American DORNIER avanciert. Seitdem nehmen AmDO-Mitarbeiter die in Lindau hergestellten Maschinen in ganz Amerika in Betrieb, bauen sie um, optimieren sie. Außerdem erhalten Kunden von Kanada bis nach Argentinien von Charlotte aus ihre Ersatzteile – in dringenden Fällen binnen 24 Stunden.

Als in den 80er-Jahren die Herstellung von Folie für Nahrungsmittel, Videokassetten – genauer: deren Magnetband – und fotografischem Film boomt, liefert DORNIER Dutzende Produktionsanlagen über den Atlantik. Für diese Folienreckanlagen sichert die AmDO seitdem die regelmäßige Wartung der bis zu 2.600 Rollenkluppen, die die Folie durch die bis zu 150 Meter langen Maschinengiganten befördern.

Strukturwandel und Weltwirtschaftskrise
Das Amerika-Geschäft floriert: 1984 und erneut 1998 wird die AmDO modernisiert und vergrößert – mechanische und elektronische Werkstätten werden eingerichtet, ebenso Schulungsflächen für Kunden und ein Demonstrationsraum für Webversuche. Doch Ende der 90er-Jahre gerät die US-Textilindustrie in den Sog der Globalisierung. Auf breiter Front wandert die Herstellung von Bekleidung und Heimtextilien gen Asien ab. Es ist der Beginn eines Existenzkampfes für die Textilhersteller; unter ihnen viele Weber, also Kunden von DORNIER. „In den klassischen Textilstaaten der USA kennt fast jeder jemanden, der einen Job in der Textilbranche verloren hat“, sagt Peter Brust, der 2001 das Steuer bei der American DORNIER übernimmt. Es sei, erinnert sich der AmDO-Geschäftsführer, ein herausfordernder Start gewesen, denn neben den wirtschaftlichen Folgen der Globalisierung habe man zu jener Zeit auch die der Anschläge vom 11. September bewältigen müssen.

Für die Tochterfirma des Traditionsmaschinenbauers folgen schwierige Jahre im Kielwasser einer geschwächten US-Textilindustrie. Um die Umsatzrückgänge zu kompensieren, übernimmt die AmDO, deren Schwerpunkte in Service und Vertrieb liegen, im Jahr 2004 die Betreuung des gesamten amerikanischen Kontinents. Hoffnung vermitteln auch technische Gewebe aus Carbon, Glas und Aramid, für deren Verarbeitung Webmaschinen von DORNIER wegen ihrer technologischen Qualität zunehmend nachgefragt werden. 2008 trifft die globale Wirtschaftskrise die Textilindustrie mit voller Wucht. „Neuinvestitionen gingen gegen Null“, sagt Brust, der alle Hände voll zu tun hat, die AmDO-Mitarbeiter in Lohn und Brot zu halten. „Viele Unternehmen mussten Personal entlassen, auch viele Textilmaschinenbauer aus Europa.“ DORNIER hält die Mannschaft an Bord. „Arbeitsplatzsicherung hat Priorität“, sagt Brust. Nur so könne man schnelle Reaktionszeiten, erstklassigen Service und ständige Verfügbarkeit gewährleisten. Es ist ein Grundsatz des Familienunternehmens, etabliert von Firmengründer Peter Dornier: Die Mitarbeiter sind der Schlüssel zu Technologieführerschaft und wirtschaftlichem Erfolg.

Großbaustelle Nachwuchssicherung
Doch bevor man Arbeitsplätze sichern kann, muss man sie erst einmal besetzen können. „Der Nachwuchsmangel ist derzeit ein großes Problem; wir finden schlicht keine Leute“, sagt AmDO-Geschäftsführer Brust. Dabei sei Charlotte eine Boomtown, allerdings eher für Banken, Versicherungen und Dienstleister. Kaum jemand interessiere sich indes für eine Branche, der der Ruf einer „toten Industrie von gestern“ anhänge, die „wenig innovativ“ sei. Zu Unrecht: Seit etwa 2014 steigt die Nachfrage in den USA wieder an. „Eine Folge guter Wirtschaftspolitik und niedriger Energiekosten“, sagt Brust. Inzwischen, so schätzt er, werden auf etwa 80 Prozent der DORNIER Webmaschinen technische Gewebe wie Filter, hochwertige Möbelstoffe und Reifencord hergestellt; auch Airbags, Carbon- und Glasfasergewebe sowie Hightech-Sonnenschutz entstehen auf Webmaschinen von DORNIER. Die altehrwürdige Technik des Webens ist längst in der Zukunft angekommen.

Nur: Wie überzeugt man davon den Nachwuchs? „Duale Ausbildung wie in Deutschland gibt es hier nicht flächendeckend“, sagt Brust, der solch ein „Apprenticeship“ nun kurzerhand mit einem lokalen Community College selbst auf die Beine stellen will, um Technikernachwuchs zu gewinnen und auszubilden. Auch die Mutterfirma aus Lindau hilft dabei, die Voraussetzungen für eine Facharbeiterausbildung am Standort Charlotte zu schaffen. AmDO-Geschäftsführer Brust ist zuversichtlich: „Unsere Kunden sind auf ihren Gebieten oft Innovationstreiber, die sich in zum Teil sehr lukrativen Nischen etabliert haben; mir ist nicht bange um die Zukunft.“


Hintergrundinformationen Lindauer DORNIER GmbH:

Die Lindauer DORNIER GmbH gehört mit ihren Unternehmensbereichen Webmaschinen, Anlagenbau und Composite Systems® weltweit zu den Technologieführern. Im Jahr 2017 erzielte das deutsche Familienunternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern (davon 63 Azubis) einen Auftragseingang in Höhe von rund 280 Mio. Euro. Die DORNIER Systemfamilie aus Greifer- und Luftwebmaschinen ist die zeitgemäße Antwort auf den anspruchsvollen Forderungskatalog des Marktes. Im Anlagenbau ist DORNIER Marktführer bei Engineering und Produktion von Folienreckanlagen zur Herstellung dünnster Kunststofffolien. Neben der Verpackungsindustrie, darunter vor allem die Sparten Lebensmittel und Pharmaprodukte, kommen diese in Hightech-Produkten wie Halbleitern, Kondensatoren für Hybridfahrzeuge und als Foliendisplays in Smartphones, Flachbildschirmen und Tablets zum Einsatz. Die Fertigung der Maschinen und Anlagen erfolgt in den deutschen Produktionsstätten Lindau und Esseratsweiler. Der Exportanteil beträgt 90 Prozent.
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